Mörderisches Profil
Phänomen Serientäter

Taschenbuch / 448 Seiten / 18,4 x 12 x 3,2 cm
3. Auflage 2004 / ISBN 3453878809
€ 8,95


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Leseprobe

"Man kann fast sagen, bis zehn Minuten vor der ersten Tat, habe ich mir gar nicht zugetraut, so etwas zu machen. Es war ja nicht so, dass ich da ankam und dachte, den bringst du jetzt um. (...) Die höchsten Qualen, die in den Tod übergehen, will ich mit den Händen spüren, seinen Übergang in den Tod."

Lange hatte er sich dies nur vorstellen können, vorstellen dürfen. Hemmungen. Aber das Verlangen hatte er nicht auslöschen können, so, als wenn man eine Kerze einfach auspustet. Sie war allgegenwärtig - die Vorstellung. Mal latent drängend, mal konkret fordernd.

"Es waren diese zwei Welten. Die eine normale, wenn ich Dienst hatte oder mit Freunden zusammen war. Wenn das nicht der Fall war, war ich automatisch in der anderen."

Am 16. Juli 1983 verließ er nach dem Mittagessen seine Dienststelle. Er wollte mit dem Bus nach Neubrandenburg fahren, dort nach einem Opfer suchen. Zärtlichkeit, Anfassen, Streicheln des nackten Oberkörpers, würgen, töten. Danach sehnte er sich. Diesem Akt der Unmenschlichkeit fieberte er entgegen. Die Tatwaffe hatte er dabei: ein Fahrtenmesser, 12,5 Zentimeter lang, 1,9 Zentimeter breit, zwei Millimeter Rückenstärke, feststehende Klinge; versteckt in einem blauen Beutel. In den Nachmittagsstunden suchte er nach einem geeigneten Tatort. Er fand ihn. In der Folgezeit durchstreifte er den Kulturpark, seinen Beutel hatte er zuvor in einem Gebüsch deponiert. Das Fahrtenmesser steckte jetzt in der Innentasche seiner schwarzen Lederjacke.

"Ich hatte ja nie einen Plan, heute musst du was machen. Ich war eigentlich regelmäßig unterwegs, immer wenn ich Zeit hatte. Ich ließ es einfach darauf ankommen, ob sich die Situation ergibt oder nicht."

Er war jetzt auf der Pirsch, musterte jeden jungen Mann, der ihm begegnete.


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Pressestimmen

""Das Buch ist eine fesselnde Reise in die Abgründe geschundener Seelen, die eines Tages zurückschlagen."
(Der PreußenSpiegel, 3.11.2002)

"Wer das Phänomen der forensisch-psychiatrischen Patienten verstehen will, der ist bei dem Düsseldorfer Kriminalisten Stephan Harbort gut aufgehoben. Denn nach dem "Hannibal-Syndrom" im Jahre 2001 legt der Autor mit "Mörderisches Profil" eine Vertiefung vor … Kriminalistischer Spürsinn und psychologischer Tiefsinn durchziehen das Werk."
(Psychiatrische Pflege 2003, S. 421)

"… eine interessante, ausgewogene und kenntnisreiche Darstellung des Phänomens Serienmord."
(ekz-Informationsdienst, 1.2.2003)

"Akribisch zeichnet er die Taten, Motive und sozialen Hintergründe gefasster Massenmörder in Deutschland nach…"
(Penthouse 2003 (Heft August), S. 30)

"Wer dieses Sachbuch lesen will, braucht gute Nerven. Was da steht, ist wirklich passiert."
(Radio Bremen)

"Das Werk vermittelt eine in dieser Zusammenstellung wohl einzigartige Sicht auf Täter und Taten und leistet damit … wichtige Aufklärungsarbeit."
(Schweizerische Zeitschrift für Strafrecht 2003, S. 468)