Pressespiegel (Auswahl) Interviews Münchener Abendzeitung, 14.12.2006, Seite 36 "Es geht ihm um Macht" (nk) AZ: Herr Harbort, Sie haben für Ihr Buch "Das Serienmörderprinzip" mit vielen Tätern gesprochen. Weshalb spezialisieren sich manche auf Strichmädchen? STEPHAN HARBORT: Männer, die Prostituierte attackieren, sind meist planende Täter, die sich genau überlegen: Wie kann ich mein Opfer möglichst einfach in eine für mich günstige Situation bringen. Der Straßenstrich ist dafür ideal: Es ist normal, dass Autos vorfahren und die Frauen einsteigen. Hat sich das Muster bewährt, greifen die Täter darauf zurück. AZ: Der Suffolk-Mörder erwürgt seine Opfer. Warum? STEPHAN HARBORT: So erlebt er den Todeskampf der Frauen im wahrsten Sinne hautnah mit. Erotik spielt eine eher untergeordnete Rolle. Es geht um Macht. Wie könnte er den Opfern deutlicher seine Übermacht demonstrieren als mit seinen bloßen Händen. AZ: Wird er weitertöten? STEPHAN HARBORT: Ich kenne keinen Fall mit einer derart hohen Frequenz. Das spricht für einen routinierten Täter, und es stellt sich die Frage, ob der erste Mord wirklich der erste war. Im Moment hat er erreicht, was er wollte: maximale Aufmerksamkeit. Doch das Bedürfnis zu morden wird zurückkommen. |