Pressespiegel
Rezensionen

Wenn Frauen morden

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www.alligatorpapiere.de, Dezember 2008

REZENSION

Bevor wir zu den Krimihighlights des Monats Dezember kommen, beginnen wir ausnahmsweise mit einem TV-Tipp.

Am 12., 19. und 26. Januar jeweils um 21 Uhr zeigt das Erste die dreiteilige Dokumentation "Wenn Frauen morden". Fachberater der Reihe ist der 1964 geborene Kriminalhauptkommissar Stephan Harbort, der sich als Serienmordexperte und Autor einen Namen gemacht hat. Zur Vorbereitung sei Harborts Buch "Wenn Frauen morden. Spektakuläre Fälle - vom Gattenmord bis zur Serientötung" (Eichborn, Frankfurt 2008, 207 Seiten, 16,95 Euro) empfohlen.

Darin porträtiert der in Düsseldorf lebende Fahndungsexperte Mörderinnen wie die 1993 zu zweimal lebenslänglicher Freiheitsstrafe verurteilte Altenpflegerin Brigitte Krolzig, die innerhalb weniger Jahre 17 alte Menschen umbrachte, um sich an ihren Opfern zu bereichern. Harbort verweist auf den im Vergleich zu männlichen Tätern deutlich höheren Aufmerksamkeitsgrad, den Mörderinnen auf sich ziehen - Folge eines immer noch wirkungsmächtigen Tabubruchs ("Frauen töten nicht, Frauen schenken Leben"). Deshalb lässt sich Harborts Buch auch als Versuch der Entdämonisierung lesen, weil gesellschaftlicher Kontext, die Vorgeschichte der jeweiligen Taten und geschlechtsspezifische Abweichungen in den Fokus geraten. "Männer üben Dominanz aus, Frauen indes wollen sich oftmals aus männlicher Beherrschung befreien", brachte Harbort in einem dpa-Interview den wohl bedeutsamsten Unterschied auf den Punkt.


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