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Wenn Frauen morden

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Die Welt, 21.02.2009

REZENSION

Wenn Frauen morden

Todesengel, schwarze Witwe, Gottesanbeterin, sie haben viele Namen. Zwar begehen Frauen nur 15 Prozent aller Morde, doch werden die "heimtückischen" Taten von Frauen bis heute gesellschaftlich schärfer verurteilt als Morddelikte von Männern, die eher als Kneipenraufereien beginnen und dann eben auch mal tödlich enden dürfen. Seit mehr als zwanzig Jahren befasst sich der Düsseldorfer Polizeikommissar Stephan Harbort mit Serientätern. In seinem Buch widmet er sich weiblichen Gewaltverbrechen. Harbort plaudert aus der Praxis. In stundenlangen Verhören hat Harbort die Täterinnen analysiert, ihr Umfeld, ihre Charakterzüge und ihre "Verhaltensdispositionen" offen gelegt. Anhand realer Beispiele aus den vergangenen Jahren, die er in allen Details vor dem Leser ausbreitet, arbeitet Harbort in sechs Kapiteln die Merkmale von Frauen heraus, die zum "Fall" geworden sind, die aus Habgier mordeten, aus Hörigkeit oder um sich aus einem schwierigen Beziehungsgeflecht zu lösen. Die wenigsten von Harborts Killerinnen sind kulleräugige Mädchen mit Hüften wie Sofakissen und Wangenknochen wie Wendeltreppen. Eine Vielzahl weiblicher Morddelikte gleicht Befreiungsschlägen.


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