Pressespiegel (Auswahl) Zur Person Bonner Generalanzeiger, 11.09.2006 DPA Mörder suchen in vertrauter Nähe FRANKFURT. Serien-Sexualmörder suchen sich ihre Opfer meist in der Nähe vertrauter Orte. "In Dreivierteln aller von mir untersuchten Fälle war der Kontaktort nicht weiter als 20 Kilometer vom Ankerpunkt des Täters entfernt", sagte der Kriminalist Stephan Harbort. So genannte Ankerpunkte könnten aktuelle und frühere Wohnorte, die Arbeitsstelle, Wohnorte von nahen Verwandten oder frühere Ferienziele der Täter sein. "Rund 60 Prozent der Täter bewegen sich nicht einmal zehn Kilometer, um ihre Opfer zu finden", sagte der Hauptkommissar und Buchautor ("Das Serienmörder-Prinzip") aus Düsseldorf, der 153 Taten von 49 verurteilten Sexualmördern auf geographische Auffälligkeiten untersucht hat. Dabei förderte Harbort noch weitere Zusammenhänge zu Tage, wie zum Beispiel den Umstand, dass jüngere Täter noch reiseunlustiger sind als ältere Täter. Ereignete sich die Tat in einer geschlossenen Räumlichkeit, könnten die Ermittler mit einer hohen Sicherheit davon ausgehen, dass der Täter aus der nächsten Umgebung komme. "Der Leichenfundort gibt hingegen vergleichsweise wenig Hinweise auf einen Ankerpunkt des Täters", sagte Harbort. Nur in jedem 20. Fall verlagere sich das Tatgeschehen - etwa zum Ablegen der Leiche - in ein anderes Bundesland. In standardisierten Befragungen hätten die Serienmörder zu erkennen gegeben, dass sie bei ihren Taten einem Sicherheitskreis um ihren Ankerpunkt keine Bedeutung zumaßen. Es sei ihnen vielmehr häufig darauf angekommen, sich gut auszukennen, falls Probleme aufträten. |