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Krimi-Festival in Daun: "Tatort Eifel"

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Südwestrundfunk, 16.09.2005

"Die wollten forciert erben"
Das Phänomen Serienmörder

Von Andreas Haaß

Entgegen der landläufigen Meinung sind Serienmörder nicht nur primitive Sex-Monster, die ausschließlich zur Befriedigung ihrer Gelüste töten. Der Kriminalhauptkommissar und Autor Stephan Harbort hat da ganz andere Erfahrungen gemacht.

Seit zwölf Jahren beschäftigt sich Stephan Harbort sowohl als Beamter als auch in wissenschaftlicher Arbeit mit Serienmördern. Über das Thema hat er bereits mehrere Bücher verfasst ("Das Hannibal-Syndrom" "Mörderisches Profil"). Im Fachprogramm des Krimi-Festivals hat er den angehenden Autoren und Filmemachern die neuesten Erkenntnisse aus seiner Arbeit vorgestellt. Schließlich tauchen Serienmörder nicht erst seit "Das Schweigen der Lämmer" gerne in Krimis auf.

Ob Serienkiller mittlerweile schneller von der Polizei gefasst werden, will ein Zuhörer von Harbort wissen. Nein, leichter sei es nicht geworden, solche Täter zu fassen, antwortet er: "Wir verstehen sie jetzt zwar besser und die DNA-Analyse hilft uns. Aber zu jeder Strategie entwickeln die eine Gegenstrategie."

Im Vergleich mit den Nachbarländern sei Deutschland eher gewalttätig, so Harbort. Immerhin geht ein Prozent aller Tötungsdelikte auf Serientäter zurück. Innerhalb der letzten zehn Jahre haben die Morde in Serie sogar um 15 Prozent zugenommen, 188 hat Harbort gezählt.

Patientenmorde werden besser entdeckt

Ein Grund für die Zunahme ist auch die zunehmend bessere Erkennung von Patientenmorden. Wurden in den 70er-Jahren kaum Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger erwischt, so wird mittlerweile ein Großteil überführt.

Eine Pistole nutzt ein Serientäter dabei kaum. "Da wird erstickt, erdrosselt und erwürgt", weiß Harbort den Zuhörern zu berichten. Von den 41 Tätern, die in den vergangenen zehn Jahren überführt worden sind, waren immerhin neun Frauen. Eine ungewöhnliche hohe Anzahl, die aber auf so genannten Teamkiller zurückzuführen ist. Gerade bei Raubmorden sind diese Tätergemeinschaften unterwegs, gerne unterstützt von Frauen.

Nicht nur Sexualmorde

Neben den Raub- und Patientenmorden machen Sexualmorde nur ein Viertel der getöteten Personen aus, ganz anders, als Boulevard-Medien es gerne darstellen. So war dann auch das erste Serienverbrechen, mit dem der 41-jährige Kriminalhaupotkommissar zu tun hatte, kein Sexualverbrechen. Zwei Kumpels aus Duisburg wollten 1991 "forciert erben", wie sie es nannten. Dazu haben sie beide Familien gegenübergestellt, und dann dort getötet, wo weniger Familienmitglieder zu beseitigen waren. Nach drei Morden wurden sie schließlich gefasst.

Eine Menge Erfahrungen, von denen Harbort auf dem Krimi-Festival erzählt hat. Und wer weiß, vielleicht ist die ein oder andere Begebenheit bald in einen Fernsehkrimi zu sehen oder kommt als spannende Lektüre in die Buchläden.


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